Ställe Salomos

Eingang zur Marwani-Moschee
Die Südmauer des Tempelberges
Die Marwani-Moschee
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Als Ställe Salomos (hebräisch אורוות שלמה) wird ein unterirdisches Gewölbe im Jerusalemer Tempelberg bezeichnet, das etwa 500 Quadratmeter groß ist und 12 ½ Meter unter der südöstlichen Ecke des Tempelplatzes liegt. Der Zugang liegt bei der al-Aqsa-Moschee. In dieses Gewölbe wurde die Marwani-Moschee (arabisch المصلى المرواني, DMG al-Muṣallā l-Marwānī) hineingebaut.

Angeblich entstand die Höhle dadurch, dass König Herodes die Plattform des Tempelbergs nach Süden hin auf den Ophel erweitern ließ. Um den Druck auf die Stützwände der riesigen Plattform zu reduzieren, konstruierten Herodes’ Ingenieure mehrere Gewölbe, die von 88 Säulen in zwölf Reihen getragen wurden. Diese Gewölbe waren ursprünglich Speicher des zweiten Tempels. Ein großer Teil des ursprünglichen Innenraums ist im Bereich der Herodianischen Treppen erhalten.

Eine alternative Meinung besagt, dass der Moscheeraum ursprünglich ein Wasserreservoir war, das durch den römischen Kaiser Hadrian im zweiten Jahrhundert zusammen mit der Steinmauer gebaut wurde, die heute die Al-Aqsa-Moschee umgibt. Seine Struktur ähnelt den Wasserreservoirs des römischen Ramla mit seinen Steinsäulen und Bögen. Dass das Reservoir gleichzeitig mit der die Al-Aqsa-Moschee umgebenden Mauer gebaut wurde, ist offensichtlich, da die südlichen und östlichen Mauern des Reservoirs mit ihr eine Einheit bilden.

Während der Umayyaden-Herrschaft wurde das Reservoir zu einer Gebetshalle umfunktioniert und erhielt den Namen Marwani Mussalah nach dem Kalifen Abd al-Malik. Die Kreuzfahrer wandelten die Gebetshalle im Jahre 1099 in einen Pferdestall für die Kavallerie um. An einigen Säulen kann man immer noch die eingemeißelten Anbindevorrichtungen für die Pferde sehen. Der Zugang zu dem Ort war ein Tor in der Südwand der Al-Aqsa-Moschee.

Der Name die Ställe Salomos existiert seit der Kreuzfahrerzeit. Hier wurde der historische Bezug zu Salomos erstem Tempel mit der Funktionalität des Raumes als Pferdeställe der Kreuzfahrer in der Zeit von Balduin II. (König von Jerusalem 1118–1131) verknüpft.

Ab 1996 ließ die Waqf, die den Tempelplatz verwaltet, eine Moschee mit einer Kapazität für 7000 Gläubige in das Gewölbe einbauen. Außerdem wurde eine Ausgrabung im südöstlichen Bereich des Tempelberges vorgenommen.

Der Waqf wurde von israelischer Seite vorgeworfen, mit dem Bau der Moschee und der Ausgrabung bedeutende archäologische Zeugnisse der jüdischen Vergangenheit zerstört und die Stabilität der Südmauer geschwächt zu haben. Allerdings dürfte bereits der Bau des herodianischen Tempels zu einer weitgehenden Beseitigung früherer Spuren geführt haben. Ebenso dürften dessen nochmalige Zerstörung, die Errichtung eines römischen Heiligtums und schließlich die islamischen Bauarbeiten nur wenige Überreste früherer Zeiten übrig gelassen haben.

Erst 2004 erhielt ein Team von Archäologen die Erlaubnis, den Bodenaushub zu untersuchen.[1]

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