Christa Berndl

Christina Cäcilia Maximiliana Berndl (* 18. Januar 1932 in München; † 10. August 2017 ebenda[1]) war eine deutsche Schauspielerin.

Christa Berndl wurde als Tochter der Schauspielerin Christa Caporicci und des Gewichthebers Rudolf Ismayr (1932 Olympiasieger in Los Angeles) in München geboren, ihre Großtante war die Hofschauspielerin Emma Berndl,[2] ihr Urgroßonkel somit Karl Berndl. Schon mit sechs Jahren stand sie das erste Mal auf der Bühne, mit acht bekam sie ihre erste Filmrolle in der dritten Verfilmung von Ludwig Anzengrubers Stück Der Meineidbauer. Als 13-Jährige spielte sie in Thornton Wilders Unsere kleine Stadt an den Münchner Kammerspielen und mit 14 Jahren am Bayerischen Staatsschauspiel, Theater im Brunnenhof (neben Curd Jürgens in der Titelrolle) die Luise in Ferenc Molnárs Liliom (Premiere 24. Juli 1946, Inszenierung Friedrich Ulmer). Im Alter von 15 Jahren trat sie zusammen mit Wolfgang Neuss in dessen Kabarett-Abenden auf und wurde als Partnerin von Hans-Reinhard Müller und Gerd Brüdern als Gretchen in Johann Wolfgang von Goethes Faust an das Junge Theater München engagiert.

Zusammen mit Maxl Graf wurde Christa Berndl 1947 für die damals neue Kinderhörfunkreihe Christa und Maxl bei Radio München ausgewählt, der sich zahlreiche Hörfunk- und Hörspielarbeiten anschlossen.

Es folgten Theater-Engagements u. a. in Augsburg, Nürnberg, Kiel, Essen und Bochum. 1971 spielte sie die Titelrolle in Koralle Meier von Martin Sperr. Am Hamburger Schauspielhaus war sie 1976 die Emilia in Peter Zadeks skandalumwitterter Aufführung von Shakespeares Othello. 1976 spielte sie – ebenfalls am Hamburger Schauspielhaus – die Hauptrolle in Rainer Werner Fassbinders Inszenierung des Stückes Frauen in New York nach Clare Boothe Luce. Die Inszenierung wurde von Fassbinder 1977 in gleicher Besetzung auch für das Fernsehen adaptiert. 1980 spielte sie in Ulrich Heisings Inszenierung von Friedrich Schillers Maria Stuart am Schauspielhaus Düsseldorf beide weiblichen Hauptrollen: sowohl die Maria Stuart als auch die Elisabeth, was großes Aufsehen erregte. Der Regisseur Luc Bondy inszenierte Christa Berndl gleich zweimal in der Rolle der Winnie in Samuel Becketts Glückliche Tage. 1980 am Schauspiel Köln sowie 1988 am Hamburger Schauspielhaus. Unter der Regie von Ingmar Bergman spielte sie 1985 die Elle Rentheim in Henrik Ibsens John Gabriel Borkman am Bayerischen Staatsschauspiel in München. 1995 stand sie als Martha in Edward Albees Wer hat Angst vor Virginia Woolf? gemeinsam mit Helmut Griem auf der Bühne der Münchner Kammerspiele.

Neben ihrer Karriere am Theater spielte Christa Berndl immer wieder in Fernsehproduktionen mit. So war sie zum Beispiel in den 1960er Jahren im Komödienstadel vielfach Partnerin von Maxl Graf. Es folgten zahlreiche weitere Film- und Fernsehauftritte, darunter in Die seltsamen Methoden des Franz Josef Wanninger, Tatort, Der Alte, Die wilden Fünfziger von Peter Zadek, Hab' ich nur deine Liebe von Peter Kern, Leni von Leo Hiemer und Leo von Vivian Naefe.

Des Weiteren machte sie sich aufgrund ihrer klassischen Gesangsausbildung einen Namen als singende Schauspielerin, u. a. in der Titelrolle in Jérôme Savarys gefeierter Inszenierung der Operette La Périchole von Jacques Offenbach am Hamburger Schauspielhaus, sowie zahlreichen eigenen Liederabenden, welche überwiegend in Zusammenarbeit mit Joachim Kuntzsch entstanden.

Seit 1995 war Christa Berndl Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste. Sie war bis zu dessen Tod mit dem Regisseur Ulrich Heising verheiratet.

Film[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fernsehen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Synchronsprecherin lieh sie ihre Stimme u.a. Bibi Andersson (Duell in Diabolo), Julie Harris (Columbo: Wein ist dicker als Blut), Angela Lansbury (Die tollkühne Hexe in ihrem fliegenden Bett), Vanessa Redgrave (Camelot – Am Hofe König Arthurs), Liv Ullmann (Passion) und Loretta Long (Susanne) aus der Sesamstraße von 1973 bis 1975.

  1. Theater – München: Schauspielerin Christa Berndl gestorben. In: sueddeutsche.de. Süddeutsche Zeitung, 11. August 2017, abgerufen am 11. August 2017.
  2. Christa Berndl im Munzinger-Archiv (Artikelanfang frei abrufbar).
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