Bokmål

Karte der offiziellen Standardschriftsprache in den norwegischen Kommunen
  • Bokmål
  • Nynorsk
  • neutral
  • Bokmål (deutsch „Buchsprache“) ist eine der beiden offiziellen Standardvarietäten des Norwegischen. Es ist durch staatliche Reformen des in Norwegen lange Zeit als Verwaltungssprache benutzten Dänischen entstanden.

    Bokmål wurde vor 1929 Riksmål („Reichssprache“) genannt. Aufgrund der gemeinsamen kulturellen Geschichte Dänemark-Norwegens und seines starken Rückhalts gerade in den großen Städten basiert das Bokmål sowohl auf dem Dänischen als auch auf gewissen urbanen Mundarten, insbesondere der südostnorwegischen von Oslo.

    Das Bokmål ist diejenige der offiziellen Varietäten des heutigen Norwegisch, die von den meisten Norwegern (die Schätzungen schwanken zwischen 85 und 90 Prozent) geschrieben wird.[1] Die andere Varietät, die statt auf dem Dänischen auf den ländlichen Dialekten Norwegens basiert, ist das Nynorsk („Neunorwegisch“), das von dem Sprachwissenschaftler Ivar Aasen Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelt wurde. Er unternahm es, aus vor allem west- und zentralnorwegischen Dialekten eine neue Schriftsprache zu bilden.[2] Da Nynorsk und Bokmål eigentlich Schriftsprachen bezeichnen, gibt es keine Norweger, die eine dieser Varianten wirklich sprechen. Trotzdem lassen sich viele Mundarten besser durch Nynorsk wiedergeben, was oft zu der verwirrenden Aussage führt, es gebe Personen, die Nynorsk als gesprochene Sprache verwendeten.

    Linguistisch werden beide Varietäten ausführlich im Artikel norwegische Sprache beschrieben. Ein erstes deutliches Merkmal zur Bestimmung, um welche Varietät es sich bei einem konkreten norwegischen Text handelt, sind die unbestimmten Artikel:

    BokmålNynorskDeutsch
    en revein revein Fuchs
    en/ei jenteei jenteein Mädchen
    et huseit husein Haus

    Gesetze und Verordnungen liegen in Norwegen nicht in beiden Varietäten vor, sondern entweder auf Bokmål oder auf Nynorsk.[3] Etwa 85 % des geltenden Rechts in Norwegen waren 1995 auf Bokmål verfasst.[4]

    • Kurt Braunmüller: Die skandinavischen Sprachen im Überblick. Francke, Tübingen 1991, ISBN 3-7720-1694-4, Kapitel Bokmål, Seite 112–146.

     Wiktionary: Bokmål – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

    1. Språkrådet: Språkstatistikk – nokre nøkkeltal for norsk (norwegisch). (Memento vom 7. Januar 2010 im Internet Archive)
    2. Oddmund Løkensgard Hoel: Nasjonalisme i norsk målstrid 1848–1865 („Nationalismus im norwegischen Sprachstreit 1848–1865“), Oslo, Noregs Forskingsråd, ISBN 82-12-00695-6 (Krundalsbloggen, norwegisch).
    3. Lovdata – Hvorfor er noen lover og forskrifter på nynorsk?,@1@2Vorlage:Toter Link/www.lovdata.no (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. Rechtsinformationswebseite des norwegischen Justizministeriums und der juristischen Fakultät der Universität Oslo. Abgerufen am 18. Juli 2012 (norwegisch).
    4. Nynorsk faktabok 2005, Abb. 12.7 (Memento des Originals vom 24. Oktober 2007 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.aasentunet.no (PDF; 38 kB), Website des Ivar-Aasen-tunet. Abgerufen am 18. Juli 2012 (norwegisch).
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